Wer suchet, der findet.

Dieses zweckentfremdete Zitat aus dem Matthäus-Evangelium wird Jesus zu geschrieben. Es ist Teil seiner Bergpredigt ist und spricht von dem vertrauensvollen Gebet zu Gott. Sicherlich schadet es nicht, ein Gebet Richtung Himmel zu schicken. Gilt dieses Zitat jedoch auch für die Suche nach der passenden Partnerin, dem passenden Partner? Ist es überhaupt klug, zu suchen oder doch besser gesucht und –  sofern alle positiven Kräfte gewillt sind – auch gefunden zu werden? Warum ist das so schwer, das Gegenstück zu finden, mit dem man bereit ist, Tisch und Bett zu teilen? War das schon immer so oder waren die Menschen früher weniger anspruchsvoll?

Die Partnerwahl war in vergangenen Zeiten nicht weniger wichtig wie heute. Bereits in vorchristlicher Zeit spielte eine standesgemäße Verbindung eine große Rolle. Die legitimen Verbindungen der Eliten bildeten sich auf gleicher Ebene, die Liebe spielte hier meist eine untergeordnete Rolle. Wichtiger war ein Ausbau der Beziehungen und dadurch die Zunahme an Gütern, Einfluss und Macht.

Ehestifter sorgten für die passende Verbindung, für deren gültiges Zustandekommen die Familienvorstände zustimmen mussten. Die Rolle des Ehestifters konnte von einer externen Person ausgeführt werden, wurde aber auch innerhalb der Familien ausgeführt. Vor allem im Adel und später im zunehmend reicher werdenden Bürgertum fand die Zuschaltung eines professionellen Vermittlers, der alle in Betracht kommenden Vorgaben abwägte und unter Berücksichtigung der politischen Gegebenheiten den oder die passenden Partner auswählte, großen Anklang.

Begleitend fanden Bälle und andere Festlichkeiten statt, um sich auf dem Heiratsmarkt umzusehen. Aber auch hier gilt, dass eine Verbindung standesgemäß und passend sein musste. Eine Eheschließung über den eigenen Stand hinaus, sofern sie überhaupt möglich war, hatte ernsthafte Folgen. Frauen, die sich „unter Wert verkauften“, wurden aus ihrem Stand ausgeschlossen und verloren Erbschafts- und Unterhaltsansprüche ihrer Herkunftsfamilie. Gleiches gilt für die Nachkommen aus diesen Vereinigungen.

Im ausgehenden 17. Jahrhundert wurde in einem englischen Blatt die erste Partnerschaftsanzeige, wie wir Sie heute kennen veröffentlicht. Ein vermögender Herr suchte nach einer ebenso gut gestellten jungen Dame zwecks Heirat. Dies war der Auftakt zu einer neuen, modernen Form der Partnersuche. Neben dem Ehestifter gab es fortan eine neue Komponente der Partnersuche, die recht bald von gewerbsmäßigen Instituten übernommen wurde.

Im Gegensatz zu den früheren mehr oder weniger familiennahen Vermittlern, stellte die auf Eigeninitiative erfolgte Einschaltung einer Partnervermittlung eine neue, mündige Stufe der Partnersuche dar. Hier wird der Suchende selbst aktiv und gibt dem Eheinstitut klare Vorgaben und Vorstellungen des passenden Gegenübers an.

Recht bald haben findige Geschäftsleute gemerkt, dass mit der brachliegenden Liebe und der Sehnsucht nach Zweisamkeit ein gutes Geschäft zu machen ist. Die Branche der Heiratsvermittlungen erlitt einen großen Schaden durch schwarze Schafe, die für ihre mitunter fragwürdige Arbeitsweise leider nicht immer adäquat zur Rechenschaft gezogen wurden. Partnersuchenden fällt es mitunter schwer, die Spreu vom Weizen zu trennen. Vorsicht sollte geboten sein bei vollmundigen Versprechen und Preisen auf Ramschniveau. Auch hier gilt, dass eine gute Arbeit mit entsprechendem Einsatz ihren Preis hat.